100 Worte.

ein Drabble ist –

eine pointierte Geschichte, die aus exakt 100 Wörtern besteht.

(Die Überschrift wird nicht mitgezählt).

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meine Tagebucheinträge auf 100 Worte reduziert

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verschwiegenene orte

feucht die warme luft im treibhaus durch das üppige blattgewirr
der pflanzen fällt das licht dämmrig gold auf empfindliche rosenstöcke
legt sich schweratmend auf verwelkte akazienblüten die sich hinter der
morschen moosbank zu einer schneewittchenwand verdichtet hatten.dort hängen die
letzten lilablauen mimosen wie fallende sternchen an den dienernden stengeln
sportlich biegsam. nur hier schmiegt sich der hibiskus in zarten
pastellcreme zwischen kamelien und samtiggrünem efeu in verschwenderischer fülle dicht an die feuchte glaswand bis zum sommer nur hier um
die duftenden träume einzufangen es ist mein ruheplatz während draußen
wind wütet um erste blätter an das glasparadies zu kleben.

© Chr.v.M.

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morgenstimmung im himmelreich .

spaziergang mit meinem artigen hund balu in eine neue erwachte
welt. zauselig verwunschen winken uns die baumkronen. mit dicken vollen
backen bläst der frische wind ein letztes übriggebliebenes brauntotes blatt
vom ast und klebt es fantasievoll gefaltet an die noch
regennasse fensterscheibe. es klappern fensterläden beifall.golddurchzogen fingern sonnenstrahlen im dampf des aufssetzenden morgennebels die gespiegelte morgenstimmung. an der rostroten regentonne träumt ein noch müder frosch kippt grünnippend in wasserwelten.
vom platschenden geräusch erschreckt, in graugeschütteltem gefieder, ein vogel.im
schnabel ein dürrgeschwungenes hälmchen zum nestbau und über allem schwebt
ein neuer frischbeginnder morgen mit freude nun uns lächelnd entgegen.

© Chr.v.M.

100 Wörter

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mein Morgen.

Er hüllte mich schon morgens ein umfing die kirchturmspitze sacht
in milchigweiß und drängte sich dicht an schmale häuserwände. an
den braunnassen rebenspitzen das erste saftige grün im winken. hier
oben hält der tag den atem an. die frischgestrichene bank
gähnt noch und ich von der nachtarbeit weichgetreten fühle ein
singen in mir als die kirchturmglocke dumpf durch das tal
rollt. die luft frisch und feucht unter die kastanienbäumen gekippt.
ihre blätter wie einen hut ihr beschützendes dach. der fliederbusch
ein staunender nachbar daneben. die luft dort lilasüß. weit oben
stehen stolz kastanienkerzen in erwartung und leuchten meinen morgen aus.

© Chr.v.M.

100 Wörter

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erfrorenes in blubberblasen..

diese gemüse kähne am feuchtkalten zwiebelsteg sehe ich noch manchmal.
dort qualmt ein blauer rauch, still ist es dort. die
strasse graublau aufgerissen. lustlose matrosen sind mundleise geduckt in gelber
schutzbekleidung kein lächeln. dort nur hüsteln mit dem wind. kühl
weht er, dort über wasser, nur hin und wieder klingt
die silberne schiffsglocke hell zwischen dem dumpfen schraubendröhnen eines müde
aufbrechenden dampfers zu einem land wohl das viel weiter liegt.
manchmal wünsche ich mir er würde mich holen und zu
dir bringen. im fluss glänzen sonnenstrahlen fische gespiegelt als metallene
opale und ich in wellenwippender sehnsucht nach dir auf schaumkronen..

© Chr.v.M.

100 Wörter

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es rollt des frühlings hand die sonne. haucht mit gespitzten
lippen zaubersprüche übers land. monatsfahrplan ausgebreitet in einer silberglänzenden schale
blankgespiegelt für erschrockene krähen. bleifiguren blauschwarz die auf aussaat warten.
auf dampfenden feldern steckt der frühling grüngetünchte wiesenhalme unter storchenbeine
hier atme ich das erwachte rauschen des ziehenden baches. tief
schläft dort drüben noch im frühlingsrausch unter dem zelt der wolken
ein blütenmeer gesteckt in grün und hinter den klapprigen flügeln
der mühle dreht die wiederkehr sich weiter. Hier weben uns
spinnen einen lichterbogen. sie bleiben sichtbar hängen an zartgrünen frühlingsfäden
als singendes erwachen und wir staunen – mein hund und ich.

© Chr.v.M.

100 Wörter

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